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Plötzlich auf sich allein gestellt

Gabriele Haibach hilft Alfred Braun bei der Hausarbeit. Foto: RMB/Wolfgang Kühner
SENIOREN Alfred Braun fühlt sich dank eines ASB-Notrufgerätes jetzt sicherer

Wiesbadener-Kurier vom 10.08.2010 

(red). Es geht nicht mehr so wie früher. Alfred Braun ist sich dessen bewusst. Seit 1930 lebt er in Wiesbaden. „Eine schöne Stadt“, bemerkt der 88-Jährige, der aus Homberg/Efze stammt. Als seine Frau Marianne 1996 starb, war er in der großen Wohnung plötzlich auf sich gestellt. Seine Töchter konnten ihm nur bedingt zur Seite stehen. Die eine wohnte Hunderte von Kilometern entfernt, die andere war zwar in Wiesbaden, wusste aber vor lauter Arbeit kaum, wo ihr der Kopf stand. Was tun?

Helfer waren schnell zur Stelle

Braun war schon damals Mitglied im ASB: „Weil man karitative Einrichtungen unterstützen sollte.“ Mit dem Hausnotruf wollte der Rentner nun erstmals ein Angebot des ASB nutzen. Bis heute fühlt er sich dank des kleinen technischen Gerätes sicherer. Er weiß, dass jemand kommt, wenn er stürzt, ihm schwummrig wird oder er sich einfach nicht gut fühlt. Ein paarmal hat Braun den Hausnotruf in den vergangenen Jahren schon in Anspruch nehmen müssen: Einmal hatte er einen Herzinfarkt und war froh, dass der ASB schnell zur Stelle war. Im Haushalt bekam der Senior von einer Putzfrau geholfen. Eine Zeitlang ging alles gut. Doch Braun wurde älter und war nicht mehr so fit. Seine Tochter Brigitte stellte unter anderem fest, dass er sich mit der Körperpflege schwer tut. „Du schaffst das nicht“, meinte sie zu ihrem Vater. Er widersprach nicht. Der Antrag auf Pflegestu-fe 1 wurde bewilligt. Der ASB wurde mit der Pflege beauftragt.

Aus dem Wunsch heraus, alle Dienstleistungen aus einer Hand zu bekommen, wollte die Familie nun auch, dass sich keine Putzfrau, sondern der ASB um die Wohnung kümmert. So erfolgte erneut der Griff zum Telefon, um in der Bierstadter Straße anzurufen. „Hier gibt es keinen Anrufbeantworter“, betont Birgit Gerhards, Leiterin der ASB-Sozialstation. Rund um die Uhr ist jemand zu erreichen, der entweder selbst hilft oder zum richtigen Ansprechpartner vermittelt.

Wer Hilfe im Haushalt will, ist bei Gabriele Haibach richtig, die seit 15 Jahren in der Sozialstation arbeitet. Sie kümmert sich um den Bereich der „Hauswirtschaftlichen Hilfen“. Hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich eine ganze Palette konkreter Angebote. Der ASB unterstützt Senioren bei der Reinigung der Wohnung, beim Einhalten der Hausordnung, bei der Wäschepflege, beim Einkaufen oder beim Vor- oder Zubereiten von Mahlzeiten. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort „Unterstützung“. „Ziel ist, dass die älteren Menschen in den eigenen vier Wänden weitgehend selbständig leben“, erklärt Gerhards. Wer Probleme beim Saugen hat, aber mühelos Staub wischt, bekommt von den Mitarbeitern des ASB beim Saugen geholfen, wischt aber weiterhin selbst Staub. So werden auch Fertigkeiten erhalten.

Um zu erfahren, wo genau Unterstützung nötig ist, führt Haibach zunächst mit den Senioren und auf Wunsch auch mit deren Angehörigen ein ausführliches Gespräch. Dabei versucht sie ebenfalls, sich einen Gesamteindruck von der Situation des älteren Menschen zu machen. „Beim Gespräch sind Sensibilität und Fingerspitzengefühl wichtig“, sagt sie. Es gelte genau hinzuhören und niemanden zu überfahren.

Kontakt

Georg Rothländer
Bereichsleiter Soziale Dienste
Tel.: 0611/1818114
Fax: 0611/1818190
E-Mail:
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